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cherry flavoured atrocities

heavy_smog: Die Welt nach Kontinenten, Teil I

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Dieser Artikel gehört zu dem heavy_smog Setting von Sebastian Wüpper.

Kurzvorstellung: Die Welt nach Kontinenten – Teil I: Europa, Afrika, Nordamerika

Europa: Die Festung

Der nicht enden wollende Flüchtlingsstrom aus den Kriegsgebieten Afrikas macht dem alten Europa schwer zu schaffen. Über die Länder der EU verteilt finden sich große Flüchtlingslager, in denen inzwischen Millionen ehemaliger Flüchtlinge, die meisten von ihnen Afrikaner, leben und vor sich hin vegetieren. Diese Lager sind Brutstätten des Terrors und des so genannten Widerstands. Außerhalb der Lager ist Europa eine strikt überwachte und reglementierte Hightech-Festung. Ein großer Platin-Goldener Käfig für seine Einwohner.

Die reichsten Länder sind immer noch Deutschland und Großbritannien, jedoch holen Russland und die Türkei weiter auf. Russland ist der Energie und Rohstofflieferant Nummer Eins für Europa, in den Weiten der Taiga werden Ressourcen für den ganzen Kontinent gewonnen. Die Türken haben zwar einiges an Flüchtlingen aus dem Nahen Osten ab bekommen, schafften es aber rechtzeitig die Grenzen dicht zu machen. Außerdem war die Türkei nie das gelobte Land irgendeiner Flüchtlingsidee. Terroranschläge gibt es hier zwar auch hin und wieder, aber alles in allem lebt es sich in Ankara und Istanbul besser und sicherer als in London und Paris. Wenn auch mit etwas weniger hochtechnologischem Komfort.

Afrika: Das ewige Schlachtfest

Der Schwarze Kontinent brennt seit fast fünfzig Jahren. Auf dem Rücken von Millionen Afrikanern haben es mehrere Großmächte geschafft allen Rohstoffkrisen zu trotzen. Der Treibstoff, mit dem der Mars kolonisiert wurde, kam aus Afrika.

Der Preis dafür, ist ein Afrika dass 2000 Kilometer um den Equator herum nicht aufhört zu brennen. Dort wo der Krieg um die Rohstoffe zu Ende geht, beginnt ein neuer Krieg derer, die nicht geflohen sind, um die Vorherrschaft auf dem Trümmerhaufen. In Afrika lebt derzeit die dritte Generation von Menschen die außer andauerndem Krieg nie etwas anderes kennen gelernt haben.

Außerdem sind die Afrikanischen Kriegsgebiete eine der größten Quellen für Arbeit in der Welt. PMCs, reguläre Militärs, Wiederaufbauhilfen, die Zentralafrikanischen Kriege sind eine Jobmaschine ohne Gleichen – auch wenn dafür Millionen sterben oder vertrieben werden.

Südafrika ist heute eins der reichsten Länder der Welt, wenn auch mit einem Armutgefälle das seinesgleichen sucht. Außerdem sind die diversen südafrikanischen Prosthetik-Konzerne Weltspitze, obwohl sie nicht unter den oberen 25 rangieren. Nordafrika ist eins der Opfer der Flüchtlingsbewegungen nach Europa.

Nordamerika – Der menschliche Abfallhaufen

Die USA sind angeschlagen, aber weit davon entfernt am Ende zu sein. Neben China und Indien waren es die Vereinigten Staaten die am meisten von den Afrikanischen Rohstoffkriegen profitiert haben, derzeit jedoch ringt die Amerikanische Wirtschaft noch zu sehr mit den Folgen der Wirtschaftskrise die auf den Sillicon Valley Blast folgte. Die Regierung von Präsident Clarence Burbaker bleibt der Ultrakonservativen Linie seiner Vorgänger treu, Buro of Morality und Homeland Guard Enforcement sind weiterhin die mächtigsten Staatlichen Organe im Inneren. Widerstand und möglicher Un-Patriotismus oder gar Anti-Amerikanismus werden nicht geduldet. Die Bevölkerung wird aufgestachelt sich gegenseitig zu bespitzeln und zu denunzieren, sollte jemand irgendwo “unmoralisches” Gedankengut vermuten. Dennoch ist und bleibt die Gesellschaft der USA unglaublich Konsum- und Vergnügungsorientiert. Zwar fahren diverse kirchliche Organisationen regelmässige Kampagnen gegen das unheilige und widernatürliche SimWeb, was die breite Bevölkerung nicht davon abhält sich den neuen Medien mit allen Sinnen hinzugeben. Das aktuelle Feinbild der Medien sind Asiaten, denn die Chinesen waren es, die Sillicon Valley zerbombt haben. So passiert es Bürgern Asiatischer Abstammung schnell, dass sie auf den berüchtigten Schwarzen Listen landen. Ein Anruf eines eifersüchtigen Nachbarn reicht aus, um eine Existenz auszulöschen. Jedoch ist der Konsens der Bevölkerung dass man lieber auf Nummer sicher geht, als einen zweiten Sillicon Valley-Blast zu riskieren. Möglicherweise ändert sich das Feindbild wieder, oder wird zumindest ergänzt wenn die Mexiko-Kampagne des staatlichen US-Militärs begonnen hat: Um den durch Südamerikanische Rote Kader destabilisierten Staat zu stützen, und um eine kommunistische Regierung zu verhindern führt das US-Militär derzeit im südlichen Nachbarland eine Reihe von Polizeiaktionen durch, um freie, demokratische Wahlen zu gewährleisten.

Größter Arbeitgeber der USA ist unumstritten der monströse Staatskonzern United Protronics, dicht gefolgt vom weltweit renommierten Privatmilitär Starkwater.

Kanada hat sich im Laufe des Jahrhunderts mehr und mehr befestigt und in sich zurückgezogen. Das gewaltige Land im Norden des Kontinents ist von Entwicklungen hin zu einer Repressionsgesellschaft weitestgehend verschont geblieben, kann sich mit Rohstoffen einigermaßen selbst versorgen und hält sich aus internationalen Querelen weitestgehend heraus, was vor allem von den Ultrakonservativen Regierungen der USA als Zeichen himmelschreiender Feigheit interpretiert und in den Medien breitgetreten wurde. “Feige wie ein Kanadier” ist ein Ausdruck der in vielen aktuellen Filmen der amerikanischen Medienschmieden zu hören ist.