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cherry flavoured atrocities

Cyberware: iSpy

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Im Blutschwerter-Forum fand ich diese fantastische Idee, um den zunehmenden Überwachungswahn in einem Dark-Future Rollenspiel wie Cyberpunk 2020 vernünftig unterbringen zu können. Raben-AAS hat auch sonst eine große Leistung mit der Aktualisierung der Spielwelt erbracht, die man in dem Thread nachlesen kann.

*iSpy: Das Keé ist ein extrem populärer, aus dem Alltag kaum wegzudenkender Gegenstand der Unterhaltungselektronik. Es handelt sich dabei um eine Art Verbindung aus Cyclops Display (vor dem Auge getragener, durchsichtiger Flüssigkristall-Bildschirm, in den Infos eingeblendet werden), V-Connect (Anschlusstelle für ggf. unter der Haut implantierter Interface-Systeme), Handy und MP3-Player (mit Earset). Keés sind stylish, in verschiedenen Designs erhältlich und trotz ihrer immensen technischen Leistungen absolut bezahlbar (oder kostenlos), da sie von den Unternehmen gesponsored werden. Eine der gesponsorten und in jedem Keé verfügbaren Features ist die Anwendung iSpy. Wird diese nicht ausgeschaltet, wird das Keé bei Aktivierung automatisch mit der Steuerzentrale der (Konzern-)Polizei verbunden und das Sichtsfeld des Keé wird automatisch nach den Gesichtern von Verdächtigen und Terroristen abgetastet. Manchmal schaltet sich auch ein lebendiger SysOp ein und „reitet“ per iSpy auf dem Keé mit. Das Tool iSpy kann aber noch mehr: Im Fall eines Alarms rutschen die Profile der erfassten Verbrechen kurzfristig nach ganz oben, und der Keé-Nutzer erhält eine aktive Warnung vor dem Verbrecher eingeblendet (inklusive, natürlich, wie und wo er zuletzt gesehen wurde). Der Bürger wird zugleich darum ersucht, die Augen offenzuhalten und die Polizei beim Auffinden des Gesuchten zu unterstützen (ohne sich in Gefahr zu begeben, natürlich). Dazu muss er nicht mehr tun, als die Umgebung sorgfältig zu beobachten und per einfachem Knopfdruck am Keé (oder Impuls per V-Trode) „Alarm“ zu geben, wenn er etwas „Verdächtiges“ gesehen hat. Außerdem erhält er Anweisungen eingeblendet, doch bitte mal in Richtung X zu gucken oder einen Blick um die Ecke zu werfen (diese Hinweise werden von der Security-AI oder dem Security Operator eingespeist, der so versucht, einen verlorenen Sichtkontakt zu Verdächtigen wiederherzustellen (wo iSpy-Nutzer sind, weiß er per GPS). Von so Verfolgten wird das gleichzeitige Hinwenden verschiedener Köpfe in der Umgebung als „Spook Mob“ bezeichnet. Führt ein Hinweis zur Inhaftierung der Verbrecher, erhält der Melder Pluspunkte im System, die er gegen Services (z.B. Tokens zum Download begehrter Keé-Features, V-Games oder Songs) oder auch gesammelt gegen Hardware tauschen kann. Zugleich erfasst das System – ganz ähnlich dem heutigen Nutzer-Bewertungssystem von eBay – wie zuverlässig die Alarm-Meldungen jenes Nutzers sind, und „flagged“ dessen Alarme und sonstigen Meldungen entsprechend mit höherer oder geringerer Dringlichkeit. So viel Spaß hat Denunzieren noch nie gemacht!

Written by cyberpunk2020

November 22nd, 2007 at 8:55 am