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cherry-flavored atrocities

Archive for the ‘deutscher Beitrag’ Category

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Bild von hackerkind bei Deviantart

Bild von hackerkind bei Deviantart

Es ist eine Weile her dass ich (AAS) dazu kam hier zu posten. Damit das anders wird, stelle ich meine kommenden Cyberpunk-Posts von den Rabenwelten so ein, dass diese gleichzeitig auch hier erscheinen, wo sie “eigentlich” ja auch hingehören.

Auf was also könnt ihr gespannt sein?

Nun, zunächst einmal auf einen zweiteiligen Artikel am 29. August und 5. September, wie man aus einem cyberpunkigen Videospiel eine Cyberpunk Kampagne basteln kann. Dazu jede Menge der Shadowrun-Waffen von den Rabenwelten umgewandelt für CP2020, beginnend am 12. September mit der Beretta Nike-9 Fashion Gun. Und on top “alles mögliche” andere, darunter natürlich auch Notizen zu meiner Kampagne AFTERSHOCKS (soweit diese von allgemeinem Interesse sind).

Introducing: The Cyberpunk Files

Außerdem – kleiner Tusch – biete ich euch als “Lockerungsübung” zwischen meinem sonstigen Artworkkram an euren Charakter – SC oder NSC – zu scribbeln. Dazu postet ihr mir eine kurze Beschreibung an aas [at] raben-aas.de INKLUSIVE WERTEN und WICHTIGEM EQUIPMENT, und wann immer ich dazu komme picke ich mir aus den Beschreibungen (NUR TEXT, KEINE BILDANHÄNGE!) eine heraus und reiße die eben in Bleistift oder Kugelschreiber runter, scannne sie und poste sie dann hier ein.

Werte und Wummen möchte ich deshalb haben, um den Charakter dann komplett mit seinen Spieldaten als “sofort nutzbaren NSC” für andere Cyberpunk Runden hier präsentieren zu können (bitte hakt euch umständliche Textformatierung und Tabellen).

Am Besten ihr nutzt und kopiert dieses Format:

Straßenname (realer Name in Klammern), Ini [+?]
Look:
Kurze äußere Beschreibung
Feel: Auffallende Charaktereigenschaften, Macken, grundsätzliche Einstellungen, “Rollenspiel Hinweise”
Set: Bekannte, Freunde, Gang – mit wem der Char so abhängt
Hangout: Wo könnte man den Char treffen?
Armor: Head [?], Torso [?], Arms [?], Legs [?]
Shot: Name der Hauptschusswaffe [+?] ?mm (Schaden, ROF, # shots), Anmerkungen
Brawl: Kampfstil [+?] (Falls Martial Art: Key Moves und Schaden)
Melee: Name der Nahkampfwaffe [+?] Schaden, Anmerkungen
Cyberware: Auflistung und ggf. kurze Notiz was das tut
Wichtige Gear: kurze Auswahl der wichtigsten Teile die der Char immer dabei hat

Und so könnte das dann “Fertig” aussehen:

lucifer2Lucifer (Marlon Deville), Ini [+12],
Look:
Männlicher Weißer Ende 30, Riese von Kerl (fast 2m), langes blondes Haar in Dread-Zöpfen, Cybermonokel mit integriertem Handy, trägt militärisch wirkenden Duster über Gibson Armor, hat 2 verchromte Cyberarme und ebensolche 2 Cyberbeine, implantierte Brustpanzerung. Trägt Deluxe-Mirrorshades in französischem schlankem Design, raucht Decadence Slims, gepflegte Bartstoppeln, trägt IMMER Handschuhe deren Knöchel ausgespart sind, um seinen Cyberfäusten mehr Punch zu geben
Feel: Durch Cybereinbauten kalt und mechanisch geworden, genießt das Gefühl von Überlegenheit und Distanz zu “Normalos”, verbittert über Kriegserfahrungen und misstrauisch bis ins Mark. Redet wenig und ist sehr zynisch.
Set: Gehörte zu einer Gruppe Freelancer, die sich vor zwei Monaten an einem Job aufgeraucht haben. Nur er überlebte, da er lt. Straßentalk seine Kumpel im Stich ließ und sich mit einem geboosteten Sprung aus der Gefahrenzone brachte. Er kommentiert das nicht. Hat eine befreundete Techie am Columbia Technical Center und einen freundlichen, wenn auch distanzierten Kontakt zu den Nomaden der Coyotes.
Hangout: Beliebige Solo Bar, auch Biker Kneipe (fährt eine Blitzkrieg). Gelegentlich geht er nachts in üblen Parks spazieren in der Hoffnung, überfallen zu werden und Dampf ablassen zu können.
Armor: Head [15], Torso [25], Arms [20], Legs [20]
Shot: Smart Derringer Auto-12 Pistole [+15] 9mm (2d6+1, ROF=2, 12 shots), kann Burstfeuer!
Melee: Animal Kung Fu [+18] Moves: Strike [+20] 1d6/2 – Kick [+20] 1d6 – Block [+20] – Sweep [+19]
Melee: Kendachi Mono-2 Katana [+22] 4d6+3 Mono-AP (1/3 bzw. 2/3), bricht nicht bei fumble, bricht bei 1-2 bei parry
Cyberware: Cybereyes Anti-Dazzle, LoLite, Ramjet Beine (irre Sprünge)
Wichtige Gear: 3 Blendgranaten, DeLuxe Spähfernrohr, DMS IdentiCard

Ready? Dann go! Wir sehen mal was passiert. :)

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Written by rabenaas

August 6th, 2009 at 4:30 pm

Cool new free cyberpunk short movie

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14sec from Mesmer Tamas on Vimeo.

Via Doktorsblog

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Written by karsten

June 20th, 2009 at 2:05 pm

Darstellung einer Dunklen Welt [Dark Future]

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[Dieser Post ist ein Destillat aus den Antworten auf meine Frage im Tanelorn-Forum. Mir ging es um symbolische Szenen, die man zur Visualisierung einflechten kann. Interaktivität für die Spieler war dabei nebensächlich.]

  1. Tote auf der Straße, von Ratten und Krähen angefressen
  2. Kakerlaken im Essen
  3. Brennende Mülltonnen
  4. Ausgebrannte Autos
  5. Ruinen
  6. Es stinkt nach Pisse
  7. Sich prostituierende Kinder/Babystrich
  8. Ein Toter der gerade von einem kleinem Rudel Hunde gefressen wird.
  9. Komplette und beiläufige Entmenschlichung bestimmter Gruppierungen/Berufe/sozialer Schichten. Beispiele: Bettler die ihre (ebenfall bettelnden) Kinder verstümmeln um mehr Kohle abzusahnen / Bordelle die Sex mit Kindern, Hunden und Leichen anbieten / Jagd auf Migranten, Dunkelhäutige, Straftäter
  10. Ein Verhafteter, der von der Polizeistreife auf offener Straße abgeknallt wird, während er schon mit Handschellen am Boden kniet. Auf der anderen Straßenseite wird ein Laden ausgeraubt, was die Beamten nicht die Bohne interessiert / Cops die ihre Hunde auf gefesselte, auf dem Boden liegende Leute hetzen oder diese mit Schlagstöcken malträtieren.
  11. Absurde politische Talkshows
  12. Wetterbericht bringt neben Temperatur und Niederschlag auch die Strahlungswerte
  13. Endzeitprediger mit dem Schild “Das Ende ist nah” an der Ecke
  14. Bewaffnete Bandenunruhen oder Bürgeraufstände in den Nachrichten
  15. Wertlose “Verpflegungskarten” für die Armen. In den oberen Stockwerken der glänzenden Arkologien und auf dem Schwarzmarkt gibt es alles zu kaufen.
  16. Lange Schlangen an den wenigen verbleibenden sozialen Einrichtungen (Suppenküchen oä). Schlägereien unter den Wartenden um die letzten freien Plätze/Mahlzeiten. Gewaltsame Auflösung derselben durch Sicherheitskräfte.
  17. Downtown bettelnde Jugendliche, die von den vorbeieilenden Passanten ignoriert bis mit Tritten vom Leib gehalten wird. Nach einiger Zeit wird sie von Polizei abtransportiert (natürlich auch hier nicht ohne die allgegenwärtige psychische bis physische Gewalt).
  18. Kontraste: Kann ja sein das da ne Leiche in der Gosse modert aber dann braucht man auch die angewiderte Highheels-Tussi die pikiert darüber steigt und den Biohazard-Entsorgungsdienst anklingelt.
  19. Krankheit: Von Zahnlücken bis Leprakranke und sonstige “Aussätzige” (zB verrostete, invalide Cyborgs, Rust Alley in SLA)
  20. Ein dahinvegetierendes, von Stütze lebendes “Subproletariat” mit Ganztagsbeschäftigung Fernseher/Matrix (+ Drogen, Fussball und Kinder schlagen).
  21. Fliegende Drohnen die den Verkehr und die Innenstädte kontrollieren. Privilegien nur gegen absolute Transparenz (gut gefakte SIN und Gesichtstransplantation). Register mit Einträgen über alles und jeden. Ein Überwachungsapparat in dem eine Hand nicht weiß was die andere tut (A Scanner darkly).
  22. Riesige Müllsackberge (evtl auch Giftmüll) auf der Straße. (Mutiertes) Viechzeugs das darin wohnt.
  23. Leute die seit Jahrenin Umzugskartons hausen. Technisch/biologisch angepasste Leute die seit Jahrzehnten in der Finsternis der Kanalisation unter erbärmlichen Bedingungen hausen und nachts aus ihren Löchern kriechen.
  24. Werbezeppeline die über die die Stadt kreisen, Hubschrauber/VektorSchub Maschinen die im 10min Takt über die Stadt patroulieren.
  25. Brennende Gebäude die einfach mal so angezündet wurden und nicht gelöscht werden.
  26. Das omnipresente Geheule von Polizeisirenen.
  27. Electrosmog vermischt mit dem Geruch von Ausdünstungen, kalter Asche, Pisse und Kerosin liegt in der Luft.
  28. Verchippten Bordschwalben
  29. Gangs die das Viertel terrorisieren
  30. Streikende Müllabfuhr
  31. Junkies mit Messern in der U-Bahn und ganze Mobs von Straßenkindern welche die Charaktere oder ihr Auto mit Steinen eindecken. Leute die grundlos neben anderen Leuten anhalten, aussteigen und diese, just for fun, mit Baseballschläger und Tschako krankenhausreif schlagen.
  32. Überflutete Straßenblocks. Leute die zur Arbeit durch stinkende Brühe waten oder im besseren Fall paddeln. Zugelaufene Keller. Vorbeitreibendes Zeug: Klopapier, Spielsachen, Kanister und dazu gehörende Ölschlieren. Und kleine Kinder die sich in dem ganzen Brack waschen oder darin baden.
  33. Rußverschmierte Hauswände
  34. Von Abgasen angefressene Fassaden und Statuen
  35. Wohnungen gerne im schönsten Nikotingelb und dem entsprechenden Geruch
  36. Muffiger Straßengeruch
  37. Viel Nebel und Regen, wenig Sonne
  38. Eine Firma sponsort dir deinen Motoradführerschein wenn du einen “Organspendeausweiß” zu ihren Gunsten ausfüllst
  39. Eine Barista, die sich die Erinnerungen an ihren Ex hat löschen lassen und nun aufgrund der fehlenden Erinnerungen Pn paranoia leidet
  40. Obdachlose mit erfrorenen Fingern oder Zehen.
  41. Kinder die von ihren Elten so zugerichtet wurden das ihnen das Schmerzempfinden fehlt, und die nur Nachts zum Schlafen nach hause kommen und ansonsten tagsüber auf der Straße sitzen und sich vom Bäcker ihr Mittagessen erbetteln können.
  42. Überforderte Eltern die ihre Kids nonstop anzuschreien, Machos die dasselbe mit ihrer Frau machen.
  43. Leute die hinter kaputten Fensterscheiben oder in selbstgebastelten Zelten aus Müllsäcken hausen.
  44. Der lallende Alki/Drogi der von Jugendlichen zusammengetreten oder im Schlafsack angezündet wird.
  45. Die verrückte Alte die in ihrer Bruchbude voller Vogelscheiße wohnt.
  46. Sozialhilfeempfänger die vom Amt eine Wohnung ohne fliessendes Wasser zugewiesen bekommen und regelmäßig mit dem Kanister beim Nachbarn klingeln gehen.

Sehr extrem:

Extreme Ausnutzung menschlicher Ressourcen:

  • z.B. Einsatz von Reagenzglasmenschenhirne als Bedienung von Geldschaltern, da unbestechlich und unhackbar.
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Written by karsten

May 28th, 2009 at 11:15 am

Warum es um Zensur geht

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Da reiben sich gerade so viele die Hände, daß man eigendlich ein beständiges Rauschen hören müsste. Die Idee, das Thema Kinderpornografie als Popanz vorzuschicken, um das nun geplante Internet-Zensursystem einzuführen war aber auch wirklich eine richtig gute. Hat das ja zuvor mit den Themen Terrorismus und Internet-Kriminalität nicht wirklich hingehauen, kann man hier spitzenmäßig mit dem Holzhammer wedeln und Kritiker einfachst diffamieren, indem man die eigentliche Kritik ignoriert und ihnen vorwirft, sie wollten die Verbreitung von Kinderpornografie schützen. Wie schnell schon der Vorwurf zum beruflichen und gesellschaftlichen Tod führen kann, zeigte man nur wenige Wochen zuvor ja schonmal anschaulich am Exempel Tauss (der übrigens natürlich nicht im Netz “erwischt” wurde, sondern über Handykontakte und DVDs per Post).
Aber ich schweife schon wieder – wie es durch die Wahl dieses Themas ja auch gewünscht ist – ab.
Denn das Problem, das die Kritiker haben, ist ja natürlich nicht, daß man den Zugang zu Kinderpornografie sperren will, sondern das Sperrinstrumentarium, das man dazu baut. Schaut man sich das an, merkt man schnell: Es geht nicht um Kinderpornos und wie man dagegen vorgeht. Ging es nie.
Es geht um die Installation eines generellen technischen Systems und die generelle Art und Weise, wie es betrieben wird: Es geht darum, daß eine waschechte, diesen Namen zu Recht tragende, Zensur ermöglicht wird. Auch wenn die zunächst gesperrten Websites tatsächlich nur Kinderpornografie beinhalten (was die Liste eigentlich extrem kurz halten müsste) wäre sowohl die Technik, die Verwaltung und sogar die Psychologie installiert, um sofort eine effektive Zensur betreiben zu können.

Technik
Die Provider sollen ihre Nameserver so umbauen, daß Webseiten, die das BKA aussucht und ihnen nennt, nicht erreichbar sind und dem Nutzer bei Aufruf stattdessen eine Sperrseite angezeigt wird. Gleichzeitig soll das BKA jederzeit abrufen könne, welche Nutzer auf Webseiten aus dieser Liste zugreifen wollten und stattdessen auf die Sperrseite geleitet wurden.
Ein normaler Internetnutzer, der seinen Nameserver nicht auf einen freien DNS-Server umstellt, sieht bestimmte Seiten nicht und erhält die Mitteilung, er wolle sich gerade Kinderpornografie ansehen. Ob das stimmt, weiß er nicht und nachprüfen darf er das auch nicht, da ja schon die Suche nach Kinderpornografie strafbar ist. Der Nutzer muss sich in diesem Moment weiterhin im Klaren sein, daß er gerade etwas getan hat, was das BKA als illegal ansieht und als Grund ansehen kann, gegen ihn vorzugehen.
Die allein schon technisch verursachten Risiken für jeden Internetnutzer sind immens, noch dazu, weil man damit auch noch eine perfide Beweisumkehr eingebaut hat: Sie müssen künftig ihre Unschuld beweisen, z.B. daß sie “versehentlich” die gesperrte Seite angesteuert haben. Viel Spaß beim Versuch, Richtern TinyUrls, iFrames, Rootkitangriffe, Hidden Scripting und so weiter zu erklären, wenn Sie überhaupt wissen, was das ist.
Die Lösung zunächst: Den Nameserver umstellen, um sich dieser Gefahr vollständig zu entziehen. Geht schnell und kann jeder.
Die Technik ist allerdings interessanterweise das kleinste Problem in dieser ganzen Geschichte. Es gibt Staaten, die in ihren Zensurbemühungen schon wesentlich weiter sind. Die Menschen dort können dennoch sowohl anonym als auch unzensiert das Internet benutzen. Das Internet ist von Nerds gebaut worden. Ein Staat kann da so viel fordern wie er will, er wird das Netz auf technischer Ebene never ever kontrollieren können.

Verwaltung
Hier liegen die springende Punkte, die das Ganze zum Zensurinstrument machen:
1. Die gesperrten Inhalte stehen auf einer Liste, die das BKA direkt und ohne Prüfungsinstanz erstellt und die die Provider möglichst ohne sie anzuschauen zu installieren haben. Es entscheidet kein Richter über den Inhalt, es überprüft keine unabhängige Institution über die Rechtmäßigkeit, es gibt keine Regelung, wie Adressen überhaupt wieder von der Liste gelöscht werden könnten. Die Polizei, die Verbrecher verfolgt, bestimmt, welcher Wunsch nach welcher Information ein Verbrechen ist. Vorab zu definieren, was ein Verbrechen ist und hinterher darüber zu entscheiden, ob ein Verbrechen begangen wurde ist aber nicht Aufgabe der Polizei.
2. Die Liste ist geheim. So lange diese Liste nicht in die Öffentlichkeit gerät kann alles drinstehen und nichts davon muss gerechtfertigt werden. Wer das in Frage stellt wird zum Verdächtigen. Wie Zensur in Reinform eben funktioniert.
3. Der Gesetzentwurf ist schwammig genug, daß das BKA im Prinzip alles in die Liste setzen kann. Da im Web jeder Inhalt nur einen Klick weiter vom letzten entfernt ist und das Gesetz möchte, daß auch “mittelbare” Seiten gesperrt werden können, kann somit de facto auch jede Seite gesperrt werden.
4. Das System soll die direkte Verfolgung von Zugriffen erlauben. es wird nicht nur gesperrt, sondern es kann auch nachgeschaut werden, wer sich die gesperrten Seiten ansehen will. Dies kann dann Anlass für verdeckte Überwachungen, Hausdurchsuchungen und andere existenzbedrohende Vorgänge sein.
Die Staatsanwälte dieses Landes üben ja seit einiger Zeit kräftig an der Vorverurteilungsfront, indem Sie inzwischen gerne mal Pressemitteilungen über eingeleitete Verfahren rausgeben und die Presse direkt zu möglichst spektakulär und öffentlichkeitswirksam inszenierten Verhaftungen mitnehmen (Zumwinkel, Tauss, Frau B.).

Psychologie
Womit wir schon beim gewünschten Effekt von Zensur sind: Die Einführung der Schere im Kopf. Die wirksame Selbstzensur, weil man nicht weiß, was eventuell passiert, wenn man zu laut und deutlich Kritik äußert. Die Geheimhaltung der Sperrliste und ihre völlige Unverbindlichkeit durch das Fehlen jeglicher Kontolle ist ein bewußt eingesetzes Instrument, um Verunsicherung zu erzeugen.
Ein anderes ist die Verknüpfung mit dem Thema Kinderpornografie, womit wir wieder am Beginn dieses Artikels wären. Man weiß ja inzwischen, daß auch nur der leiseste Ruch, man könnte eventuell irgendwas mit Kindesmissbrauch und Pädophilen zu tun haben, die Existenz vernichten kann, selbst wenn hinterher rauskommt, daß tatsächlich nichts an den Vorwürfen dran war. Wie nahezu generell nichts rauskommt. Das ist ein so extrem starkes und wirksames Druckmittel, was natürlich beispielsweise ein Herr Gorny sofort erkennt, weil sein Versuch, diese Schere im Kopf einzuführen (durch den Versuch, Filesharing als schreckliches Verbrechen zu diskriminieren), wirkungslos blieb und er sich nun an den besser funktionierenden Trigger dranhängt (indem er Urheberrechtsverletzung mit Kindesmissbrauch gleichsetzt).
Die Justizministerin gibt dann noch Tipps in die richtigen Richtungen, die natürlich prompt reagieren. Überhaupt, das mal ganz nebenbei, finde ich es immer wieder seltsam, daß Frau Zypries immer wieder als Warnerin vermittelt wird. Dabei war – so sagt sie zumindest – sie es, die den Gesetzentwurf gegenüber dem Vorabvertrag von Frau von der Leyen verschärfen ließ und dieser nun schon den Zugriff auf Stopp-Seiten verfolgen lassen will.

Um die Frage zu beantworten, warum und wann es in einer Gesellschaft überhaupt dazu kommen kann, daß ein Teil davon meint, einen solchen Eingriff vornehmen zu müssen und der andere Teil (zu dem ich u.a. mich zähle) darin ein so massives Unrecht sieht, das es zu bekämpfen gilt, kann man sich bitte den Artikel “Kampf der Kulturen” drüben bei netzpolitik.org durchlesen.

Der Text stammt von Jens Scholz, der die Verbreitung erlaubt. Ich teile seine Ansicht. Eine Anmerkung möchte ich mir aber gestatten: Es ist egal, ob man Zensurmechanismen umgehen kann. Auch in der DDR konnten einige Westfernsehen empfangen. Das Internet ist die Informationsquelle unserer Zeit. Es wird von fast allen genutzt. Die meisten können keine DNS Server eintragen oder auch nur TOR nutzen. Die Umgehung der Zensur wird zudem fast sicher demnächst ein Straftatbestand.

Zensur funktioniert, weil die Betroffenen Angst haben. Und künftig werden wir alle Angst haben müssen, die wir auf einen Link klicken. Die wir gar einen Link setzen. Demokratie funktioniert, wenn man ohne Angst sein darf. Wenn man eine Meinung haben darf, ohne dafür ins Gefängnis zu gehen. Wenn uns nicht wieder das BVerfG rettet, haben Schäuble und Co. endlich ihre West-DDR geschaffen. Aber, keine Angst, noch sind Bananen erhältlich.

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Written by karsten

April 27th, 2009 at 12:59 pm

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The Holy Grail

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Written by karsten

April 16th, 2009 at 10:22 pm

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