Archive for February, 2009
Computers in the very near future…
Hurra, die Welt geht endlich wirklich unter!
Was hatten wir nicht alles schon für schöne Untergangsszenarien, unter denen “die Welt wie wir sie kennen” untergeht, um Platz für die dystopische Zukunft des Cyberpunk – oder des Mad Max/Fallout/Twilight 2000 – zu machen.
Nachdem weder der saure Regen unsere Wälder klein bekam noch die Welt im nuklearen Feuer verging, nachdem der Y2K Bug sich als die berühmte Mücke herausstellte, nachdem inzwischen (Ketzerei!) sogar die Klimakatastrophe bestritten wird griffen einige – wie ich – schon zum Strohhalm des “totalen Überwachungsstaates” als letzten Ausweg für eine “zeitgemäße” dunkle Zukunft (siehe Cyb3rpunk), unterdessen sich andere resignierend in alternativen Zukünften auf Basis nostalgischer Achtziger-Settings einkuschelten.
Inzwischen hingegen darf man als Freund düsterer Zukunftsszenarien endlich wieder den Kopf heben: Die Wirtschaftskrise soll richten, was der saure Regen nicht hinkriegte. Und wenn man nicht Gefahr liefe, überaus real damit konfrontiert zu werden, wäre es nur halb so “Angst”. Umso erstaunlicher, dass viele Cyberpunk-Foren von diesem Geschenk des Himmels bisher kaum Notiz genommen haben!
Endlos lange Vorrede (ihr habt es vermisst, gebt’s zu), nun zum Kern:
Ein sonst sehr konservativer und mit blindem Politikvertrauen ausgestatteter Bekannter von mir, der mein Faible für Horrorszenarien immer verhöhnt und einen Job als Wirtschaftsredakteur hat, erwartet für Sommer diesen Jahres den Zusammenbruch der amerikanischen Wirtschaft und schließt auch Versorgungsengpässe bei uns nicht aus.
Das machte mich aus jenem Mund freilich hellhörig, und aus perfider Lust an Zukunftsangst gewürzt mit einem Spritzer “was mit Charakteren geschieht die sich nicht auf alles vorbereiten habe ich jahrelang am Spieltisch überprüft – warum sollte ich im realen Leben ebenso bescheuert sein” habe ich das Netz durchforstet.
Sofort fiel mir dabei ins Auge, wie gewaltig die Medien jedesmal das Ende aller Dinge heraufbeschwören, wenn es sich um ein Mediengespenst wie Hühnergrippe oder CO2 Ausstoß handelt – und wie bedächtig “sachlich-informativ” die Medien aktuell sind (im Verhältnis zu ihrer jeweiligen durchschnittlichen Klimakatastrophen-Berichterstattung).
Bei der weiteren Recherche fand ich dann – endlich auch für uns in Deutschland – eine bislang nur in Amerika bekannte Sache, nämlich eine Hilfeseite fürs Überleben. Nicht in der Wildnis, sondern hier, mitten in der Stadt.
Besonders interessant für uns Cyberpunkisten: Neben Wasserfiltern und der überteuerten Getreidemühle zum Selbermahlen von Mehl (laut Website wird Bio-Getreide empfohlen. Schön dass ich mir darum im Angesicht des Zusammenbruchs noch Gedanken machen soll) finden sich Empfehlungen, eindringende Plünderer doch am Besten mit der Sportarmbrust zu erschießen. Ja, Sie haben richtig gelesen!
Weitere “Verteidigungstipps” betreffen die Empfehlung, vorzugsweise immer 10 Dosen Tränengas in der Wohnung zu haben, und im Shop finden sich als besonderes Sonderangebot neben Teleskop-Schlagstöcken auch zwei formschöne Kampfäxte! Nicht zuletzt lernt man durch die Website, dass 150 bis 250 Meter Nato-Stacheldraht erforderlich sind, um ein frei stehendes Einfamilienhaus zu schützen. Damit wäre auch diese Frage dann geklärt.
Auch Amazon bietet Hilfe: Das Lexikon des Überlebens bietet auf über 400 Seiten enzyklopädisch Tipps zum Überleben nach dem totalen Zusammenbruch und liefert Cyberpunk-Begeisterten als Einstieg sogar eine ausführliche Diskussion der wahrscheinlichsten Szenarien, wie es zu diesem kommen wird. Falls man Tom Clancy’s Endwar noch nicht gespielt haben sollte.
Kann man sich angesichts der zum Teil aberwitzigen Vorschläge (“Kündigen Sie sofort alle ihre Rentenversicherungen, heben Sie all Ihr Geld ab und kaufen Sie Silbermünzen”) noch beruhigt im Ohrensessel zurücklehnen, irritieren “beiläufig geäußerte” Ansichten von Politikern, die Deutschen sollten wieder verstärkt darauf achten “für den Notfall” Vorräte für mehrere Wochen zu Hause zu haben, schon eher. Zudem wenn betreffende Staatsstellen einem auch gleich eine komplette Liste für den Notvorrat zur Verfügung stellen.
Das Raben-AAS wünscht angenehmes Überleben.
Urban Hackers
via jk-netzwelt.de
[Gatos] Der Plan des Hauptquartiers
Ascaso hat mir freundlicherweise den von ihm gezeichneten Plan einer Feuerwache zur Verfügung gestellt. Sie liegt neben dem ehemaligen Waisenheim der Gatos und ist von ihnen bezogen worden.
[Gatos] Eine Übersicht
Ganghintergrund: Dass sich die Gang aus einem Weisenhaus heraus entwickelte, schrieb ich schon. Wer aber spielt eine wichtige Rolle in der Gang?
Chefin: María, 23, hispanic, Kleidung und Musik ist Mexikanisch geprägt, hat echt-goldene Ohrringe. Verfügt über hervorragende Connections zu Gott und der Welt. Wer in der Gang ist und sich prostituiert, tut das i.d.R. über sie. Sie ist im dem Laden zu finden, der im Erdgeschoss Kleidung aller Art anbietet.
Warchief, ist älter als María, ein recht abgehobener Typ, vor allem über María mit der Gang verknüpft. Die beiden verhalten sich oft wie ein Paar, zeigen aber nie in der Öffentlichkeit durch Küssen oder Händchenhalten dass sie liiert sind. Warchief einen gepanzerten Pickup. Der Pickup ist mit zahlreichen verunstalteten Gang-Logos versehen, die Siege über diese Gangs symbolisieren. Er ist für die Gewalt in und für die Gang zuständig. Er setzt Marías Wünsche und Befehle bedingungslos durch. Manche glauben, er heiße Marco – es traut sich aber niemand ihn zu fragen. Riesiger Revolver und ein Cyberarm mit mehr Optionen als man sich vorstellen kann sind seine Ausrüstung. Er ist ein begnadeter Messerwerfer.
Hank, der Fixer. Trägt Anzüge, die so aussehen, als ob er darin geschlafen habe. Weil er darin geschlafen hat. Schwarze, nackenlange Haare, mit Geld nach hinten gekämmt und festgeklebt. Hank vertreibt vor allem Drogen, die von der Gang gebraut werden. Er kennt sich mit Risiken und Nebenwirkungen bestens aus, denn er ist praktisch immer mit zwei oder drei Substanzen gleichzeitig high. Bekannt ist er für seinen schwer erklärlichen Erfolg bei Frauen und seine schlechte Zahlungsmoral, wenn es um Geld geht.
Jessie, die Sanitäterin. Kleidungsstiel Goth riot grrrl/emo, etwas zu üppig gebaut für die aktuelle Mode. Hat bis vor kurzem bei Doc Andy, dem freundlichen Ripperdoc aus der Nachbarschaft gelernt, bis dieser von den Inquisitoren gekreuzigt wurde. Sie selbst ist nur mit Mühe entkommen. Hasst die Inquisitoren. Eigentlich nett, nervt ihre Mitbewohnerin aber gerade mit Depri-Musik.
Der Hausmeister (gespielt von Jörg): Einst musste der Hausmeister hier Sozialstunden ableisten, dann war es sein erster Job. Jetzt ist er immernoch hier. Mit Sicherheit der älteste, wenden sich die anderen an ihn, wenn sie Rat suchen. Er kann zudem in der Küche Zeug zusammenbrauen, dass sich gewaschen hat. Hank schuldet dem Hausmeister daher notorisch Geld.